Callahan: „Anwaltskanzlei der kleinen Leute“

Alfie Callahan
Prime Minister Callahan, MP

Prime Minister
Alfie Callahan, MP

ALDENROTH. Albernia hat gewählt. Vor einiger Zeit schon. Erwartungsgemäß verloren die bis dahin regierenden Tories ihre Mehrheit, nun regiert die Labour Party das Kingdom. Der Northren Telegraph sprach daher mit dem neuen Prime Minister Alfie Callahan über seine politischen Ziele und tagesaktuelle Themen.

TNT: Zunächst die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Amt, Mr Prime Minister! Labour stellt seit längerem mal wieder den Regierungschef. Können Sie und kurz die wichtigsten Ziele in dieser Parlamentssession skizzieren?

AC: Vielen Dank. Unsere harte Arbeit und ein engagierter Wahlkampf haben die Wählerinnen und Wähler letztendlich davon überzeugt, uns nach knapp zwei Jahren wieder mit der Regierungsbildung zu beauftragen. Nach Monaten des politischen Stillstands und Labours in der Opposition wollte Albernia den Wechsel. Darauf haben wir auch gleich zum Beginn der Amtsperiode reagiert und eine lang überfällige Volkszählung nachgeholt. Weiterhin haben wir glaube ich so schnell die Nachwahl zum letzten vakanten Wahlkreis in die Wege geleitet, wie kaum eine Regierung vor uns. Inhaltlich wollen wir Albernia wieder mehr nach links rücken. Die Schere zwischen arm und reich nimmt immer weiter zu. Durch den technischen Wandel müssen immer mehr Menschen um immer weniger Arbeit streiten. Aus diesem Grund wollen wir die 35-Stunden-Woche in Albernia einführen. Gleichzeitig soll eine Steuerreform zu einer besseren Umverteilung von oben nach unten die angesprochene Einkommensschere verringern und ein geplanter Mindstlohn soll Arbeit in Albernia wieder lohnenswert machen. Außenpolitisch wollen wir die Gründung der Noth Antica Union vorantreiben und abschließen. Ich bin froh, dass wir uns innerhalb der Gründungsmitglieder auf Aldenroth als Sitz der NAU geeinigt haben. Unsere Hauptstadt hat viel Erfahrung mit dem Beherbergen internationaler Organisationen und ich denke, dass die NAU davon nur profitieren kann.

TNT: Inhaltlich nach links rücken ist in der vergangenen Zeit in Albernia oft die Aufgabe der LibDems gewesen, die sich oft als die eigentlichen, die besseren Linken gesehen haben. Verliert Albernia die Mitte?

AC: Wenn die Ungleichheit zwischen arm und reich weiter voranschreitet, geschieht das mit hoher Wahrscheinlichkeit immer auf Kosten der sog. „Mitte“. Die LibDems sind nicht linker als wir, im Gegenteil. Liberalismus ist etwas für die Menschen die es sich leisten können, d.h. für die Menschen die auf der Sonnenseite des Lebens stehen oder schon dort geboren wurden. Wir machen Politik für die Menschen unserer Gesellschaft denen es nicht so gut geht wie denen da oben. Ich sehe meine Partei daher als Anwaltskanzlei der kleinen Leute.

TNT: Die Zusammensetzung im House of Commons hätte doch auch eine stabile Labour-Regierung zugelassen. Warum haben Sie sich mit Dame Nessie Dyce eine Tory-Ministerin ins Kabinett geholt und warum bleibt das Home Office unbesetzt?

AC: Eine Alleinregierung wäre wahrscheinlich nur bis zur Nachwahl in Fairnhain möglich gewesen. Das war aber eigentlich auch nicht die Motivation hinter der Berufung Dame Nessies. Im Kontext der Dreibürgen-Krise wollte ich die Kontinuität der albernischen Außenpolitik nicht gefährden. Sie war von Anfang an in alle Prozesse involviert und da unsere Standpunkte bezüglich der Krise nahezu deckungsgleich waren, stand einer Ernennung als Außenministerin grundsätzlich nichts im Wege. Ich möchte an dieser Stelle jedoch betonen, dass wir keine Koalition mit den Tories bilden. Wir arbeiten auf dem Politikfeld der Außen- und Sicherheitspolitik zusammen. Das gilt jedoch nicht für die anderen Bereiche. Ich würde daher eher von einer strategischen Partnerschaft statt von einer Koalition zwischen Labour und den Tories sprechen. Das Home Office ist nicht mit einem eigenen Minister besetzt. Allerdings übernehme ich die anfallenden Aufgaben als Premierminister in Personalunion.

TNT: Also die Innenpolitik zur Chefsache erklärt. Wie sieht es dann mit der Wirtschaftspolitik aus? Sie gelten als ein Befürworter der Wiedereinführung einer WiSim. Sehen Sie konkrete Chancen, dass ein solches Projekt in Albernia oder international realisiert werden kann?

AC: Meine Wunsch ist es, die bsEcosim eines Tages in einer verbesserten Form wieder einzuführen. Vorschläge dazu liegen meinerseits seit langem auf dem Tisch. Eine Chance sehe ich in der North Antica Union als Wirtschaftsgemeinschaft. Unter dem Dach einer gemeinsamen Währung könnte man ein gemeinsames bsEcosim-System installieren. Quasi der gemeinsame Marktplatz. Aber natürlich müssen zuvor alte Fehler des Konzepts gemeinsam beseitigt und ein neues Konzept auf die Beine gestellt werden. Dafür möchte ich in meiner Amtszeit innerhalb der NAU-Staaten werben.

TNT: Wie schätzen Sie die Bereitschaft der anderen Staaten dazu ein?

AC: Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht abschätzen. Ich rede in diesem Interview zum ersten Mal öffentlich von dieser Idee. Ich hoffe natürlich, dass die anderen Staaten dem Vorschlag positiv begegnen.

TNT: Als erste Initiative haben Sie ja die Ratifizierung der Nordantikaunion angestoßen. Welche Vision für die Zukunft der Union haben Sie?

AC: Wie ich ja gerade schon andeutete, ist mein Ziel ein gemeinsamer Wirtschafts- und Währungsraum. Spill-Over-Effekte auf anderen Politikbereiche und deren Vergemeinschaftung werden sich nicht verhindern lassen, dennoch stehe ich einer politischen Union aktuell skeptisch gegenüber. Integration braucht Zeit und wir stehen gerade erst am Anfang. So lange die NAU als supranationale Organisation noch nicht gewachsen ist, möchte ich beispielsweise keine Hoheitsrechte der Außen- und Sicherheitspolitik an diese abgeben.

TNT: „Nicht verhindern lassen“, „skeptisch gegenüber“. Das klingt nicht, als wären Sie ein glühender Verfechter der NAU. Tritt Albernia auf die Bremse, bevor es richtig losgeht?

AC: Nein, diese Einschätzung ist falsch. Wissen Sie, ich habe auch ein paar Kurse Internationale Beziehungen an der Universität belegt. Schon dort lernten wir dass Integrationsprojekte Zeit brauchen. Schritt für Schritt und nicht alles auf einmal. Vielleicht trete ich auf die Bremse, jedoch nur, weil mir das Projekt am Herzen liegt und ich es erfolgreich gestalten möchte.

TNT: Das Stichwort „internationale Beziehungen“ lässt mich zur aktuellen Krise mit Dreibürgen kommen, die ja derzeit allgegenwärtig und eine Bedrohung für die gesamte Nordantikaunion ist. Wie wird Albernia sich in dieser Sache positionieren?

AC: Albernias Position ist die unserer Partner. Es kann in dieser Frage nur eine gemeinsame Position geben und die tarieren wir nach den letzten Vorkommnissen erneut aus. Es deutet sich aber an, das niemand von uns ein Interesse an einem militärischen Konflikt mit Dreibürgen hat. Ich bin guter Hoffnung, dass wir alsbald zu einer friedlichen Einigung gelangen werden.

TNT: Diesen Hoffnungen schließen wir uns. Mr Prime Minister, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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